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Die Gier und Cliquen in der Klasse

Über unsere Theaterpremieren berichtete auch die TLZ. Mit ihrer Genehmigung dürfen wir den Artikel auch hier auf unserer Webseite veröffentlichen.

Theaterprojekte Faust reloaded und Hexenschwur der Frauenbildungs- und Begegnungsstätte ko-ra-le feiern Premiere

Heiligenstadt (red) In Goethes Meisterwerk Faust 1 ist alles drin: die Gier, die Verzweiflung am Dasein, der Wunsch nach ewiger Jugend und immerwährendem Spaß, die Angst, die Geilheit und die Suche nach dem Sinn — das pralle Leben, man muss die dichte Sprache nur entfalten. Jugendtheater Faust

In Faust reloaded bringen sechs Jugendliche und Theaterpädagogin Karola Klingebiel von der ko-ra-le ein Stück auf die Bühne, das eine ganz eigene Sicht aufs Wetten, auf die Liebe, die Verführbarkeit und die Lebensentscheidungen hat. Originaltexte mischen sich mit Improvisationen, Tanz und Bewegung. Die Inszenierung hat etwas mit den jungen Menschen zu tun. Wir müssten noch ein Stück inszenieren, damit wir die tollen Ideen und Gedanken aus den Improvisationen alle mit einbringen können, sagt Karola Klingebiel.

Das Projekt wurde vom Bundesprogramm Demokratie leben gefördert. Zur gelungenen Premiere am Freitagabend in der Theaterwerkstatt im alten Bekleidungswerk gab es viel Szenenapplaus von einem begeisterten Publikum. Weitere Vorstellungen sind am Mittwoch und Donnerstag, 23. und 24. September, jeweils um 8.30 und 10.30 Uhr für Schüler und am Freitag, 25. September, 20 Uhr, die Abschlussvorstellung.

Die Kindertheatergruppe hatte am Sonntagnachmittag Premiere mit dem Stück Hexenschwur. Darin geht es um Mobbing und Gruppenzwang. Fast jeder in der Gruppe kennt das Problem auch aus dem Schulalltag. Im Stück trennt sich die Klassengemeinschaft in Hexen und Hexenrichter. KindertheatergruppeIn einer fröhlichen Klasse entsteht durch Cliquenbildung ein Klima der Angst und des Zwangs. Spannung und Komik wechseln sich ab, und kleine Choreografien ergänzen einfallsreich das Spektrum der Gruppe.

Das Publikum honorierte dies mit viel Szenenapplaus und begeistertem Schlussbeifall. Übrigens bestimmt das Publikum die Schlussszene selbst. Wie also alles ausgeht, bleibt bei jeder Vorstellung spannend. Weitere Aufführungen gibt es am Montag und Dienstag, 21. und 22. September, jeweils um 8.30 und 10.30 Uhr sowie am Sonntag, 27. September, um 16 Uhr in der Theaterwerkstatt. Am heutigen Mittwoch spielt die Gruppe kostenlos für Flüchtlingskinder.

Jürgen Backhaus
Thüringische Landeszeitung TLZ
Lokalredaktion Heiligenstadt