Jugendtheater

Die Welle – Morton Rhue

Ausgangspunkt des Romans ist ein Film über den Nationalsozialismus, den der Geschichtslehrer Ben Ross in seiner Klasse vorführt. Der Film stößt in der Klasse einerseits auf Unverständnis, wie sich ein derartiges Regime etablieren konnte, anderseits kommt die Behauptung auf, dass sich eine derartige Manipulation der Massen nicht wiederholen könne, sodass der Philologe ein Experiment durchführen möchte: Die Welle.

Das Experiment soll zeigen, wie Jugendliche durch einfache Methoden manipuliert werden können.

„Die Welle“, eine autoritäre Gemeinschaft, für die der Geschichtslehrer seine Klasse zu überzeugen beginnt, stützt sich auf drei Prinzipien: „Macht durch Disziplin! Macht durch Gemeinschaft! Macht durch Handeln!“

Im Verlauf des Romans werden jene Grundsätze von den Beteiligten immer mehr verinnerlicht. Ross bemerkt, dass seine Schüler zwar Informationen – vor allem geschichtliche – wie automatisch wiedergeben können, aber aufhören zu denken. Innerhalb der elitären Gruppe entsteht einerseits der Anschein, alle seien gleichberechtigt, und vorherige Außenseiter wie der Schüler Robert können sich besonders profilieren.

Andererseits droht das Experiment Beziehungen zwischen guten Freunden zu zerstören, so zum Beispiel das Verhältnis zwischen Laurie, der kritischen Chefredakteurin der Schülerzeitung, und ihrem Freund David. Allmählich zeigt das Experiment faschistische Züge, da eine Mitgliedschaft in der Welle, die sich längst über die Geschichtsklasse hinweg ausgebreitet hat, an der Schule immer mehr zum unhinterfragten Zwang wird.

Erst nachdem ein jüdischer Schüler Gewalt erfährt, weil er sich der Welle nicht angeschlossen hat, begreift Ross die Gefährlichkeit seines Tuns. Da er auch vom Direktor, von seiner Frau und von Laurie und David, die sich inzwischen wieder vertragen haben, gedrängt wird, sieht er ein, dass er das Experiment abbrechen muss. Es hat zu gut funktioniert.

Der Geschichtslehrer nutzt eine einberufene Vollversammlung, um der Bewegung ihre real gewordene und ursprünglich für unmöglich gehaltene faschistoide Art aufzuzeigen – anstatt der erwarteten Ansprache des (nicht existenten) nationalen Führers der Welle zeigt er einen Film, der mit einem Bild Adolf Hitlers beginnt und klagt sowohl die Schüler als auch sich selbst an, dass sie alle perfekte Nationalsozialisten gewesen wären.

Diese nachdenkliche Bühnenstück wurde durch unsere Jugendtheatergruppe im Jahre 2008 aufgeführt.

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