Jugendtheater, Theater

Rückblick Theaterjahr 2016/2017: Inszenierung „Nichts – das im Leben wichtig“ ist – Von Jane Teller

Ein typisches Jahr im Theaterbereich der Korale fängt stets im November mit ersten Gehversuche in den Bereichen der Improvisation und Szenenerarbeitung an.

Wobei für manche Neueinsteiger die Überwindung, sich ohne Hemmungen auf die Bühne zu wagen, immer wieder einer der größten Hürden darstellt.

Interessierte und aber auch wagemutige Jugendliche, die über sich hinauswachsen wollen oder einfach spontan etwas Neues mit Gleichgesinnten ausprobieren möchten, finden jeden Dienstag für 2 Stunden in der Theaterwerkstatt zusammen.

Genauso begab sich das im letzten Jahr. Mit viel Spaß und Kreativität erarbeiteten wir uns zusammen unser schauspielerisches Handwerkszeug durch verschiedene mitunter verrückte Improvisations- und Körperübungen, loteten besondere Fähigkeiten aus und entwickeln Jahr für Jahr die Grundbausteine, die wir als neu zusammengewürfeltes Ensemble für unser späteres Theaterstück brauchen würden. Immerhin wollten wir ja auch andere an unserem diversen kreativen Schaffen teilhaben lassen.

Über die typische Theaterarbeit hinaus „begegneten“ wir uns auch gegenseitig auf der Bühne und lernten uns besser kennen – so passiert es nicht selten, dass aus unserem einst nur gemeinsamen Hobby der Theaterkunst die Basis für Freundschaften und die Entstehung einer Art „kleinen Theaterfamilie“ wird. Aber genug der Sentimentalität. 😉

Im Januar, In der 2. Phase unseres Workshops, versuchten wir langsam ein Theaterstück zu finden, dass für uns als Gruppe vielversprechend schien.

Die eigentliche Schwierigkeit hierbei liegt oftmals in der Anzahl der benötigten Schauspieler und natürlich der Eignung für unsere Zwecke.

Nachdem die letzten Jahre geprägt durch Klassiker (so z. B. Anne Frank, Faust, Nathan — der Weise) waren, wollten wir etwas Anderes, Kontroverses, Neues wagen.

So fiel unsere Wahl schlussendlich auf das Stück „Nichts“ von Jane Teller. Ein Jugendbuch, dass viel Aufruhr in Dänemark verursachte, und zeitweise an dänischen Schulen in Unterricht sogar verboten werden sollte. Einfach zusammengefasst geht um eine 7. Klasse, die sich auf die Suche nach der Bedeutung machen. Was sich zunächst leicht anhört, stellt sich für die Beteiligten als komplizierter heraus als erst gedacht. Aus erst freiwilligen Opferungen entbehr barer Besitztümer entwickelt sich eine Art Teufelskreis aus Gruppenzwang und Racheakten, die unermessliche Ausmaße annehmen.

Nachdem sich jeder für sich mit der Materie auseinandersetzte, sammelten wir Eindrücke und Ideen, besprachen und erarbeiteten mögliche Rollenbilder und zu wem sie wohlmöglich passen würden.

Ist dieser Schritt genommen, geht es ans Proben: Szenen, Bühnenbilder, Requisiten und Kostüme erarbeiteten, gestalteten und konzipierten sich ja nicht von selbst.

In nur 5-6 Monaten stellten wir uns der Herausforderung, zwischen unseren „Alltagsrollen“ des Schülers, des Freundes, der Auszubildenden, des Onkels und sehr vielen mehr, Platz für eine völlig neue Rolle fernab des Alltags im Theater zu schaffen. Mit so einigen Terminabsprachen, Freunde, einem festen Zusammenhalt und purem Optimismus fiel einem das auch gar nicht mehr so schwer.

Und dann war es soweit: Ende August/September – Die Aufführungen standen an.

Am Ende jeder Theaterphase zeigen wir und die Kindertheatergruppe mit Stolz und Zuversicht die Früchte unserer Arbeit im Rahmen der Interkulturellen Woche.

Aufführungsort ist die Werkshalle, die uns über Monate hinweg zum Lachen, experimentieren, feixen und proben zur Verfügung stand. Sie sollte in den folgenden Wochen für hunderte Schüler und Interessierte zur Bildfläche für den Schauplatz Taering werden. Eine kleine Auszeit vom Alltag und ein Anstoß für einiges an Gesprächsstoff.