2018, Allgemein, Frauenpolitik, korale-zwischen

Frauenforum neuer Termin 28.01.2019 um 19.30 Uhr in der ko-ra-le e.V.

Was bewegt uns?

UNS Menschen?

1000de Informationen erreichen uns jeden Tag, manche bleiben im Gedächtnis, manche verschwinden aus dem Gedankenkreis, manche davon sind es wert, aus der Schublade geholt zu werden, manche so aktuell, dass das Reden darüber lohnt…

Alternativ zu den oft anonymen Disskussionen und Meinungsbildern in sozialen Medien oder in SpaceRooms bietet das Forum Raum für den persönlichen Austausch zu den Themen die uns bewegen.

Eingeladen sind ausdrücklich alle Menschen, die Lust haben, auf eigenes Denken und den direkten Austausch mit anderen Menschen –  zu Themen aus Kunst, Politik, Kultur, Umwelt, Literatur, Generationenverantwortung, Wirtschaft, Wissenschaft, Lebensbilder, Gesellschaft, nationale und globalegesellschaftspolitische Herausforderungen, Freiheit, Verantwortung, Sprache, Bildung, Nachbarschaft, Religion –Stadt –Land, Welt…

Wir möchten alle Interessierten einladen, die gern mit Anderen nachdenken

– neu denken –

sich selbst dabei neu entdecken.

Frauenforum 20.08.2018 mit Herrn Bernd Winkelmann…….

Rückblick: (Auszug aus Folien von herrn Winkelmann)

Das Anthropozän

Anthropozän: nach dem Holozän (letzten 1,5 Mil. Jahre) mit der Industriellen Revolution vor 250 Jahren als neuer Zeitabschnitt der Erdgeschichte,

in dem der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde geworden ist“ (Paul Crutzen)

Errungenschaften des Anthropozäns:

  • Wissen und Erfindungsrate verdoppelt sich in drei, zwei…
    Jahren (im Altertum in 1000 Jahren)
    ● Produktivitätssteigerung um das Vielhundertfache
    ● Ernährungsmöglichkeiten und Bevölkerungswachstum um
    das Siebenfache
  • Exponentiell steigende Güterproduktion, Dienstleistungen,
    Mobilität…
    ● Wohlstand der Mittelschicht wie früher Fürsten, Könige…
  • Exponentiell steigender Verbrauch von Ressourcen

Auswirkungen im Geosystem:

  • Veränderung der Erdatmosphäre, der Landschaften,
    des Wasserhaushaltes der Meere, der Sedimentablagerungen…
  • Massenaussterben von Tier- und Pflanzenarten
  • Schwund von unwiederbringlichen Ressourcen

Dies alles in einem Tempo und in einem Umfang,
den es in der Erdgeschichte nur bei kosmischen Katastrophen gegeben hat
(Kometeneinschlag, gr. Vulkanausbrüche, gr. Erdbeben…)

Die Gefährdung unseres Ökosystems durch  4 Faktoren:

  1. Klimaerwärmung
    > durch CO2, Methan, Lachgas Temperaturanstieg in letzten 100 Jahren um 1 Grad;
    > bei ungebremstem Ausstoß bis 2100 um 4-6 Grad
  2. Schwund an Biodiversität
    > In Tropenwäldern letzten 40 Jahren ca. 50% der Tier und Pflanzenarten ausgestorben
    (Weltzustandsbericht WWF 2014)

> In Deutschland in letzten 30 Jahren Insekten-Schwund ca. 75% durch Pestizide, fehlende Befruchtung durch Bienen,
Aussterben von Vogelarten (in letzten 30 Jahren 50%);

  1. Verlust an Ackerland, Wälder, Vermüllung der Meere
    > Verlust an Ackerland weltweit täglich 2.000 Hektar (ca. 4.000 Fußballfelder)

> Verlust an Wälder weltweit täglich 20.000 Hektar (ca. 40.000 Fußballfelder)

> Übersäuerung der Meere, Überfischung der Meere, Plastikvergiftung
(bis 2050 mehr Plastik als Fische im Meer)

  1. Schwund an nicht wiederbringbaren Ressourcen

> Peak Oil, fossile Rohstoffe…

> Peak Everything wie fossile Rohstoffe, seltene Erden,
Phosphor, Metalle …
> auch nachwachsende Rohstoffe wie Holz …

Unsere Wirtschaftsweise ist gezeichnet von einer
Steinbruch- und Müllhaldenmentalität“?

Überschreiten des Ökologischen Fußabdrucks

Überschreiten des ÖFA weltweit um 70%:

> in Deutschland um das 3-4-fache
> USA das 10-fache

CO2- Ausstoß liegt

> liegt in D. bei 9t pro Kopf im Jahr;
> USA bei 18t pro Kopf im Jahr,

> In Entwicklungsländern bei 0,5-2t.

> Ziel: CO2-Ausstoß weltweit 2-3t pro Kopf im Jahr

Welterschöpfungstag
(Earth Overshoot Day, Erdüberlastungstag, „Ökoschuldentag“)
berechnet den Tag der Erschöpfung der Biokapazität
der Erde im Jahr:
> lag 1887 auf den 10. Dezember
> 2017 auf den 2. August
> in Deutschland am 24. April 2017

Die Zerstörung unsere Ökosystems
ist die folgenschwerste Fehlentwicklung
unserer Zivilisation.

  • Ditfurth´s These vom „Faunenschnitt
    „Faunenschnitt“: das plötzliche Aussterben von Arten auf Grund gravierenden Umweltveränderungen und/oder eigener Fehlentwicklung.
  • Dies könnte heute durch das Zusammenwirken der verschiedenen Krisenerscheinungen für den Menschen zutreffen.
  • Auf dem Höhepunkt seiner gottähnlichen All-Macht wäre die Gattung Mensch dann
    nur eine kurze Episode in der Geschichte der Evolution.
  • Ähnlich Harari, Precht, Lesch, Melzer u.v.a.:
  • Die Menschheit steht in diesen Jahrzehnten in einer außerordentlichen „Schwellensituation“.
  • Die Digitale Revolution: Digitalisierung aller Lebensbereiche,
    > Abschaffung jeder mühevollen Arbeit durch Roboter, Schaffung unendlicher Wertschöpfung…
    > Schaffung künstlicher Intelligenz, die dem Menschen weit überlegen ist,
    > die mit dem Gehirn des Menschen vernetzt auf Gedanken und Gefühle einwirken kann,
    > die sich eigenständig weiterentwickelt(?)
  • Dies in Verbindung mit der Biotechnologischen Revolution,
    > die die Gene der Pflanzen, Tiere, des Menschen verändern kann,
    > Krankheiten und Alterungsprozessen „abschaffen“ kann,
    > die Natur technisiert,
    > Leben neu und anders reproduzieren kann…
  • Harari: Zeitalter des „Homo Deus“,
    der den „Homo sapiens“  ablöst,
    eine gottgleiche Allmacht hat und die Welt in seinem Sinn gänzlich verändert.
  • Wohin führt die „gottähnliche Allmacht“ des Menschen?
    – zur Vollendung des Menschen?
    – zum Verlust des Menschlichen?
  • Entscheidend ist die Frage:
    Wer/was wollen wir sein?“

Weitere Symptome unserer Zivilisationskrise

Bereicherung einer winzigen Minderheit
     auf Kosten der Vielen:
● In Deutschland  verfügen 10% Supereiche über  66% des
Nettovermögens (DIW 2016)

● Die reichsten 8 Menschen der Welt  besaßen 2016 Welt so viel
wie die arme Hälfte  der Weltbevölkerung (Oxfam 2017)

● Der Wohlstand in Deutschland ist nur zu 50-60% aus eigener
Leistung geschaffen, zu 40% durch Ausplünderung anderer Völker
und der Natur .

  • Das erneute Wettrüsten und Auseinanderfallen der Weltgemeinschaft:
    neue Abschreckungsdoktrien, neuer „Kalter Krieg“,
    atomare Nachrüstung ,Cyber-Kriegsführung …
  • Aufblühen von Rüstungsexport-Geschäften …
    ● Stellvertreterkriege, internationaler Terrorismus,
    ● Zerfall von Staaten…
    ● Hungerkatastrophen, soziale Aufstände,
    ● Massenmigration, Migrationskriege,
  • neuer Nationalismus, Rassismus
    ● Verlust einer „Wertegemeinschaft“…
    ● Ohnmacht der Vereinten Nation…

= Zerfall der Weltgemeinschaft?

(3) Gespräch und Impuls: Ursachen unserer Zivilisationskrise?

Woran liegt diese „Verrücktheit“ unserer Zeit?

  1. Dominanz des materialistischen Grundirrtums:

 

  1. Leben und Glück seien im Haben und immer mehr Haben,
    im Machen, im Unterwerfen zu finden

 

  1. . Urerfahrung der Menschheit,
    dass dies eine zerstörerische Verkennung
    des Lebens ist:
    – Bibel: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein…
    – Erich Fromm: „Haben oder Sein“….
    – Erkenntnisse der Glücksforschung….

 

  1. Siegeszug des sozialdarwinistischen Menschenbild

Der Mensch sei von Natur aus ein auf Egoismus, materielle Bereicherung, Neid,
Konkurrenz,  Aggressivität hin angelegtes Wesen
.

Nur im Ausleben dieser Gaben
könne der Einzelne gut leben
und die Gattung Mensch
in der Evolution überleben.

  1. Siegeszug des mechanistischen Weltbildes der Neuzeit
  2. Die gesamte Welt (Kosmos) wurde in rein
    materiell-mechanischen Wirkzusammenhängen erklärt
    – die Welt als großes Uhrwerk
    (Beispiele: Natur, Mensch, Medizin… )
  3. Die Wahrnehmung der Wirklichkeit wurde auf das rein
    Rationale, auf Logik und Mathematik zurück geführt.
    Emotionalität, Gefühl und Leiblichkeit wurden verleugnet,
    abgewertet oder rationalisiert.
  4. Die Natur wurde zum reinen Zweckgegenstand
    erklärt, die zu unterwerfen und auszubeuten ist.
    Sie ist kein eigenes Wesen, hat keinen Eigenwert.

Francis Bacon: Der Mensch solle „die Natur sich gefügig und zur Sklavin machen, sie auf die Folter spannen, bis sie ihre Geheimnisse preisgibt.“

  1. b) Strukturelle Ursachen

Leitprinzipien der kapitalistischen  Wirtschaftsweise

  1. Kapitalisierungsprinzip: aus Kapital (Geld) muss mehr Kapital (Geld ) werden                                        
  2. Privatisierungsprinzipprivate Aneignung des erwirtschafteten Kapitals
  3. Ziel und Zweck allen Wirtschaftens:
    Profitmaximierung, Renditensteigerung, Geldmehrung,  private Bereicherung.
  4. Entsprechende Abschöpfungs-Bereicherungsmechanismen
    in allen Bereichen der Wirtschaft
    (Finanzsystem, Eigentumsordnung, Unternehmensverfassung,
    Entlohnungssystem usw.)

Das Leitprinzip kapitalistischer Wirtschaftsweise ist der
stärkste Wachstumstreiber
Dahinterstehende Glaubenssätze, Ideologien, Halbwahrheiten
unserer Zivilisation.

  • Eigennutz und Konkurrenz würde wie von einer „unsichtbaren Hand geleitet
    zum Wohlstand aller führen (Adam Smith 18. Jahrhundert).
  • Der liberalisierte Markt löse automatisch sich selbst stabilisierend
    alle Verteilungsprobleme („Selbstheilende Kräfte des Marktes“). Kapitalismus als Pseudoreligion

Freihandel würde automatisch zum „komparativen“ Vorteil für alle Beteiligten
wirken (David Ricardo 18. Jahrhundert).

Privatisierung und Kommerzialisierung aller Güter des Lebens brächte
höchste Effizienz und größten Wohlstand.

Kapitalanhäufung und Reichtum in der Hand weniger würde die unteren
Bevölkerungsschichten mit nach oben ziehen („Pferdeapfeltheorie“ von M. Theatcher).

Ständiges exponentielles Wachstum der Wirtschaft sei möglich und
Wirtschaft ginge nur im ständigen Wachstum.

Kapitalismus sei Voraussetzung für Freiheit und Demokratie

Die Verführungskünste des Kapitalismus

Nach Norbert Bolz und David Bosshart:
Kultmarketing. Die neuen Götter des Marktes“ (1995)

  • Die Märkte in den hochentwickelten
    entwickelten Industrieländern sind gesättigt

Um Wachstum  zu sichern, müssen sie
entsättigt werden durch Wecken
zusätzlicher, künstlicher Bedürfnisse.

  • Dies funktioniert nicht mehr allein durch
    materielle Anreize, sondern  eher durch
    Ansprechen emotionaler,  ideeller,
    spiritueller Sehnsüchte.

Sozialpsychologich-zivilisatorische Auswirkungen?

Ökonomisierung des Lebens:

Monetarisierung des ganzen Lebens: alles muss sich in Geldwerten messen,
muss sich rentieren, Gewinne schaffen

Der Mensch wird zum „homo oeconomicus“, zum „verwirtschafteten Menschen

(Norbert Blüm).

Der Mensch hört auf,
ein „homo sapiens,
ein „homo societatis“ zu sein.

Als „Homo Deus“ verliert der
Mensch seine Zivilisationsfähigkeit.

(4) Gesprächsrunde: Was setzen wir dagegen?

Was müsste anders werden?

Welches Potentials haben wir?

Was ist, wie funktioniert eine Gleichgewichtsökonomie?

  • Die Wirtschaft wächst quantitativ nur in bes. Aufbauphasen.
  • Bei Erreichen eines Sättigungsgrades geht das Wachsen zunehmend in qualitative
    Entwicklung über:  Qualitätsprodukte; Wachsen kultureller Lebensqualitäten

– „stationäres Wachstum“ mit schrumpfendem materiellen Verbrauch.

  • Dies geschieht in einer ständigen dynamisch sich einpendelnden Sinusbewegung
    – sowohl für einzelne Güter wie für die gesamtökonomische Entwicklung.
    Diese Entwicklung bleibt unter dem maximal ökologisch-sozial verträglichen Maß von
    Faktor 1 (auch ökologischer Fußabdruck)

Damit wird die ökonomische und soziale Crashentwicklung der Wachstumsökonomie
überwunden, eine Postwachstumsökonomie  –  Gleichgewichtsökonomie wird möglich.

Notwendigkeit einer Schrumpfungs- und Suffizienz Ökonomie

Nötig das Zusammenspiel von drei Strategien:

  1. Konsistenz
  2. Effizienz,
  3. Suffizienz

Niko Paech u.a.: nötig ist:

  1. Schrumpfungsökonomie vor allem für die Industrievölker: drastisches Zurückfahren des Material- und Energieverbrauchs,
  2. statt Wirtschaftswachstum qualitative Kulturentwicklung nach dem Prinzip der Suffizienz,
  3. Bejahung eines Lebensstandards ohne Ausbeutung anderer Völker und Ausplünderung der Natur
    (materielles Lebensniveau der 70ziger Jahre?).

Das Fundament einer Postwachstumsökonomie ruht auf einer Theorie (und Praxis) der Subsistenz und Suffizienz“.

Konkret:

  • Fremdversorgungsballast abwerfen,  Regionale Wirtschaftskreisläufe (Subsistenz)
  • konsequentes Verursacherprinzip, Wiederverwertung und Kreislauswirtschaft
  • Erfolgserlebnisse in Selbstwirksamkeit und Eigenproduktivität finden,
  • weniger Reizüberflutung, weniger kaufen, weniger selbst besitzen;
  • mehr reparieren, tauschen, teilen;
  • Vermögensunterschiede abbauen, Verteilungsgerechtigkeit stärken
    = ein Weg zu einem glücklicherem Leben
  • Konsumenten von morgen werden zu „Prosumenten“ und „Koproduzenten
  • („Befreiung vom Überfluss“, S.114, 123, 146)

Was wären die wichtigsten Voraussetzungen einer Gleichgewichtsökonomie?

Bereitstellung nützlicher Produkte und Dienstleistung, Schaffung
sinnerfüllender  Arbeitsplätze,

> leistungsgerechte und solidarische Anteilhabe aller.

  1. Aufgabe der Wachstumsideologie
    an die Stelle ständigen materiellen Wachstums tritt qualitative Entwicklung
  2. Zur Messung des Wohlstande nicht BIP, sondern sozialökologischer
    Wohlstandsindex
    („Brutto-Sozialglück“, Staat Bhutan)
  3. Mentale Voraussetzung: Überwindung des materialistischen Grundirrtums
    Wiedergewinnen eines ganzheitlichen Lebensverständnisses
  4. Sozialethische und spirituelle Grundlagen wiedergewinnen

Wäre das eine „zweiten kognitiven Revolution“
in der Zivilisationsgeschichte der Menschheit

Zwischenfrage:
Ist der Mensch dazu fähig?

6) Impuls: Das ganzheitliche Menschenbild

Zur Ganzheitlichkeit zurückfinden

Ganzheitliche Weltsicht (Holismus):
alles ist mit einander verbunden,
wirkt aufeinander ein

Ganzheitliche Wahrnehmung
und Lebensweise:

Erst im Zusammenspiel von Leib, Geist und Seele

  • erfahren wir, wer wir wirklich sind, können uns selbst authentischer leben,
  • können wir die ganze Wirklichkeit einer Situation, die Wirklichkeit anderer Menschen,
    auch der Natur realer wahrnehmen und angemessener agieren,
  • werden wir empfänglich für die transzendente Wirklichkeit und können aus ihr leben,
  • leben wir primär nicht mehr aus dem Machen-, Haben- und Unterwerfenmüssen,
    sondern aus dem Empfangen- und Gebenkönnen.

Erinnerung an das, was wir wirklich sind:

Das ganzheitliche Glücksbedürfnis des Menschen:

Frage: Was macht den Menschen glücklich?

Welche Werte sind ihm die Wichtigsten?

Werteskala der Menschen:

> Vertrauen, Anerkennung, Wertschätzung
> Liebe, glückende Gemeinschaft
> sinnerfüllende Tätigkeit, Erfolg

> Gesundheit, gesunde Umwelt
(vgl. Maslow´sche Bedürfnispyramide)

Glück: eine Freude, in der Leib, Seele und Geist zusammenklingen.

Brutto-Sozialglück statt BIP

Das Bemessen von Entwicklung und Wohlergehen nach dem Bruttoinlandprodukt (BIP):
es misst rein quantitativ die wirtschaftlichen Umsätze in Geldwerten.  Z.B.:
> Zunahme von Gütern und Dienstleistungen;
> Aufbau nach Zerstörungen als BIP-Wachstum;
> material- und energiesparende  Effizienz als rückläufiges Mengen-Wachstum;
> die qualitative Entwicklungen der Gesellschaft wird nicht gemessen.

Die „Glücksforschung“ zeigt: BIP und
Lebenszufriedenheit laufen nicht zusammen

  • Studie 2009: Die größte Lebenszufriedenheit in Ländern mit mittlerem Durchschnittseinkommen:
    – Costa Rica, Dänemark, Skandinavien, Island;
    – Deutschland an 30.Stelle, Simbabwe an letzter.
    ● Ab 20.000 / 50.000 Dollar Jahreseinkommen steigt der Glückspegel kaum noch.
  • Seit 1990 fordert UNO die Bemessung der Entwicklung mit ganzheitlichen Indizes
    (z.B. „Neuer Wohlfahrtsindex“, Human Development Index).
    ● Bisher hat nur der Himalaja-Staat Bhutan an Stelle des BIP das „Brutto-Sozialglück“ gesetzt: Ökologie, Kultur, Gesundheit, Bildung, Lebensstandart, Gemeinschaft, Zeitnutzung…

 

Der Mensch ein Sozialwesen

  1. Der Mensch ist ein Sozialwesen (relationales Menschenbild / Geschwisterlichkeit des Menschen ):
    > kann nur in Beziehung, in Gemeinschaft leben, glücklich werden
  2. Menschen können nur in einem funktionierendem Gemeinwesen gut leben.
    Dafür braucht es Ethik, sich Regeln gebende Sozietät, ein demokratisches Staatsgefüge
  3. Erkenntnisse der neueren neurobiologischen Forschung und Glücksforschung:
    Nicht Konkurrenz, Aggression und Kampf ums Dasein
    – sondern Kooperation, Zugewandheit,  Empathie, Vertrauen, Verantwortung, Wertschätzung
    sind die besseren Stimulanzien und Stabilisatoren biologischer, sozialer, auch wirtschaftlicher
    Systeme.                                     (Gerald Hüther, Joachim Bauer, Christian Felber u.v.a)

Die Dualität des Menschen

Das ganzheitlich-duale (christlich-humanistische) Menschenbild:
> der Mensch ist sowohl ein auf Egoismus, Aggressivität
und Habenwollen,

> wie ein auf  Mitempfinden, Solidarität, Kooperation,
Verantwortung, sinnvolle Verzicht, spirituelle
Sinnfindung
  hin angelegtes und begabtes Wesen
(„Sünder und Gerechter zugleich“)

Die  gemeinsame Wurzel der ethischen Dualität

Selbsterhaltung
Sinnerfahrung
Beziehungsbedürftigkeit

Egoismus, Aggression, Bereicherung …

Je nach Situation, Erfahrung, Stimulanz…

Empathie, Solidarität, Kooperation…

Albert Schweitzer:

„Als gut gilt, Leben erhalten, Leben fördern, entwickelbares Leben auf seinen höchsten Wert bringen;


als böse gilt
, Leben vernichten, Leben schädigen, entwickelbares Leben niederhalten.
Dies ist das denknotwendige, absolute Grundprinzip des Sittlichen“.

Woher die Kraft zum Guten?

  1. Aus der Zweckmäßigkeit des Guten:
    Was du willst, das dir die Leute Gutes tun,
    das tue ihnen auch!“ 
    (Goldene Regel)
  2. Aus der Empathiefähigkeit des Menschen:
    die Not, das Leid des anderen rührt sein Herz
    („Barmherziger Samariter“, Spiegelneuronen…)
  3. Aus erfahrener Wertsetzung eines Unbedingten,
    der „Stimme des Gewissens“, des Göttlichen,
    das Wahre und Gute zu tun,
    auch über das jeweilig Opportune hinaus
    – die transzendente Dimension des Ethischen
    (z.B. Martin Luther King, Mahatma Gandhi,
    Nelson Mandela, Gorbatschow… )
  4. Die Gabe der Verzichtsfähigkeit:
    um einer größeren Sache willen auf Sofortbefriedigung
    verzichten, so zu einer größeren Erfüllung finden
    (Weisheitserfahrungen; Sportler, Künstler…
    Fähigkeit zum  „Aufschub der Bedürfnisbefriedigung“ …)

Die spirituellen Quellen des Lebens

  • Sich wieder hineinfinden in das Netzwerk und die Verbundenheit allen Lebens.
  • Sich wieder in den göttlichen Urgrund allen Seins
    einbinden (Spirituelle Tiefenbindung)

Handlungsfelder auf persönlicher Ebene

Selbst begreifen, worum es geht …

Sehen, was ich davon im eigenen Leben umsetzen kann

Entsprechende Meinungsbildung nach außen …

  • Entsprechende Initiativen, Bewegungen unterstützen, mitmachen …

Politische Forderungen, Druck von unten, bei politischen Aktionen
mitmachen …

Möglichkeiten der eigenen Lebensweise

Suffizienz im  eigenen Leben: „Mit weniger besser leben“!

Bereiche:

Mobilität, Reisen

Ernährung

Energieverbrauch

Konsum

Mülltrennung

Plaste-Reduzierung

Eigenen Ressourcenverbrauch
mit „CO2-Rechner“ Umwelt Bundesamtprüfen

Entschleunigung

Weniger besitzen, mehr gemeinsam nutzen

Ökologische biologische Produkte
Fairer Handel

Reduzierung der digitalen Überflutung

Nichtstun üben

Mehr Natur, naturnäher leben

Mehr Lesen, Kunst

Meditation und Ganzheitlichkeit
elementare Spiritualität

Was es schon gibt:
Alternative Gruppierungen, Initiativen und Bewegung

  • Ökologiebewegungen …
  • Kairos-Bewegung „Wirtschaft im Dienst des Lebens“
  • „Ökumenische Initiative Eine Welt“ (ÖIEW)
  • Erd-Charta-Bewegung (sozial-ökologische Weltgemeinschaftsethik)
  • Lebensstilbewegung „Aufbruch – anders besser leben“
  • kritische Verbraucherbewegungen, Fairer Handel…
  • Initiativen einer „Alternativen Ökonomie“
    Postkapitalistischen Ökonomie
  • Bewegung „Plurale Ökonomie“ an den Hochschulen…
  • Gemeinwohlökonomie-Bewegung (Unternehmertum ohne Wachstum)
  • Degrowth-Bewegung
  • Initiative „anders wachsen – Wirtschaft braucht Alternative zum Wachstums“
  • Modellgemeinden „Anders Wachsen“
  • Entwicklung vieler spiritueller Such- und Erneuerungsbewegungen
  • Bildung kommunitäre Gruppen

Literaturhinweise  (16.5. 2018)

  • Bolz, Norbert; Bossart, David: „Kultmarketing. Die neuen Götter des Marktes“, 1995
  • Binswanger, Hans Christoph: „Die Wachstumsspirale“, Marburg 2006
  • Boff, Leonardo: „Zukunft der Mutter Erde. Warum wir als Krone der Schöpfung abdanken müssen“, 2012
  • Boff, Leonardo: „Befreite Schöpfung. Kosmologie – Ökologie – Spiritualität. Ein zukunftsweisendes Weltbild“, 2016
  • BUND und Brot für die Welt: „Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt…“, Wuppertal Institut 2008.
  • Bundesregierung: Armut- und Reichtumsbericht Deutschland, 2004 und 2008 und 2012
  • Ditfurt, Hoimar von: „So lasst uns denn eine Apfelbäumchen Pflanzen. Es ist so weit“, 1985
  • Duchrow, Ulrich; Hinkelammer, Franz Josef: „Leben ist mehr als Kapital. Alternativen zur globalen Diktatur des Eigentums“, 2002
  • Dürr, Hans-Peter (Hrsg.): „Physik und Transzendent. Die großen Physiker… und ihre Begegnung mit dem Wunderbaren“, 1986
  • Felber, Christian: „Gemeinwohlökonomie. Das Wirtschaftsmodell der Zukunft“; 2010
  • Halbfas, Hubertus: „Der Herr ist nicht im Himmel. Sprachstörungen in der Rede von Gott“, 2012
  • Harari, Yuval Noah: „Eine kurze Geschichte der Menschheit“, 2015; Harari „Homo Deus. Eine Geschichte von Morgen“, 2017
  • Hill, Keith: „Die Gotte Revolution. Wie die Vorstellung von Gott sich in der modernen Welt radikal verändert“, 2014
  • Jörns, Klaus-Peter: „Die neunen Gesichter Gottes. Was die Menschen heute wirklich glauben“, 1997
  • Kessler, Wolfgang: „Weltbeben. Auswege aus der Globalisierungsfalle“, 2004
  • Klingholz, Reiner: „Sklaven des Wachstums. Die Geschichte einer Befreiung“, 2014
  • Kroeger, Matthias: Im religiösen Umbruch der Welt: Der fällige Ruck in den Köpfen der Kirche“, 2004
  • Mann, Frido und Christine: „Es werde Licht. Die Einheit von Geist und Materie in der Quantenphysik“, 2017
  • Martin, Hans Peter; Schumann, Harald: „Die Globalisierungsfalle. Der Angriff auf Demokratie und Wohlstand“, 1997
  • Meadows, Dennis; Meadows, Donella; Jörgen Randers,: „Grenzen des Wachstums. Das 30-JahreUpdate…“ 2004/2009
  • Miegel, Meinhard: „Exit. Wohlstand ohne Wachstum“, 2010
  • Moltmann, Jürgen: Theologie der Hoffnung“, 1966; Moltmann: „Gott in der Schöpfung. Ökologische Schöpfungslehre“, 1985
  • Müller-Fahrenholz, Geiko: „Heimat Erde. Christliche Spiritualität unter endzeitlichen Lebensbedingungen“, 2013
  • Paech, Nico: „Nachhaltiges Wirtschaften jenseits von Innovationsorientierung und Wachstum“, 2005
  • Paech, Nico: „Befreiung vom Überfluss. Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie“; 2012
  • Precht, Richard, David: „Die Kunst, kein Egoist zu sein. Warum wir gerne gut sein wollen und was uns davon abhält!, 2010
  • Precht, Richard, David: „Erkenne die Welt. Eine Geschichte der Philosophie“, 2015
  • Rademacher, Franz Josef  : „Balance oder Zerstörung. Ökosoziale Marktwirtschaft… nachhaltige Entwicklung“ 2005
  • Reheis, Fritze: „Entschleunigung. Abschied vom Turbokapitalismus“, 2004
  • Scheidler, Fabian: Das Ende der Megamaschine. Geschichte einer scheiternden Zivilisation“, 2015
  • Schmidt-Salomon, Michael: „Hoffnung Mensch. Eine bessere Welt ist möglich“, 2014
  • Sedláček, Tomáš: „Die Ökonomie von Gut und Böse“, 2012
  • Sölle, Dorothee: „Atheistisch an Gott glauben. Zur Dialektik der Liebe. Theologie nach dem Tode Gottes…“, 1968
  • Welzer, Harald; Sommer, Bernd: „Transformationsdesign. Wege in eine zukunftsfähige Moderne“, 2014
  • Wissenschaftliche Arbeitsgruppe DBK „Raus aus der Wachstumsgesellschaft?…“ 2018
  • Ulrich, Peter: „Integrative Wirtschaftsethik. Grundlagen einer lebensdienlichen Ökonomie“, 2001
  • Zahrnt, Angelika, Seidl, Irmi, (Hg.): „Postwachstumsgesellschaft. Konzepte für die Zukunft“, 2010
  • Zinn, Karl Georg: „Vom Kapitalismus ohne Wachstum zur Markwirtschaft ohne Kapitalismus“, 2015

Anschriften

 

Akademie Solidarische Ökonomie

www.akademie-solidarische-oekonomie.de

Norbert Bernholt
Am Butterberg 16
21335 Lüneburg

  1. 04131/ 7217450

Mail: nbernholt@web.de

Bernd Winkelmann

www.winkelmann-adelsborn.de

Adelsborn 113a
37339 Leinefelde-Worbis

  1. 036074/ 63910

Mail: Bernd-Wineklmann@web.de

Initiative anders wachsen

www.anders-wachsen

Anna Groschwitz
Referentin für „anders wachsen“
Ökumenisches Informationszentrum e.V.
Kreuzstraße 7
01067 Dresden
Tel.: 0351-49762263

Mail: anna.groschwitz@anders-wachsen.de

Christine Müller

Arbeitsstelle Eine Welt in der Ev. Luth. Landeskirche Sachsens

www.arbeitsstelle-eine-welt.de

Paul-List-Str.17

04103 Leipzig

Tel. 0341 25355592

Mail: christine.müller@evlks.de

Aktualisierte Berechnungen des Club  of Rome
(2002/2009)

Politische Handlungsfelder und Strategie

  1. a) Bewusstseinsarbeit

> Zuspitzung der Krise (autogene Destabilisierung des Systems) und Begreifen der Krise

> Breite Bildungs- und Aufklärungspolitik auf allen Ebenen
> Gesellschaftlicher Diskurs: „Was wollen wir wirklich wirklich?“ (Frithjof Bergmann)

  1. b) Ökonomische Pionierarbeit

> Entwicklung alternativer Systementwürfe
> Entwicklung alternativer Lebensstilbewegung  (neue Werteerfahrung)
> Entwicklung alternativer Projekte, Erprobungsarbeit, Inselmodelle,

  1. c) Politische Bewegungsarbeit:
    > Gemeinsames Wirken zivilgesellschaftlicher Gruppen
    , Initiativen, Bewegungen,
    Bündnisbildung: Druck von unten, Demos, Blockaden…
    > Befreiung der Politik aus der Umklammerung der Wirtschaft;
    neue Demokratiebewegung, alternative Parteien
    > Die Machtfrage im demokratischen Prozess lösen
    > Durchsetzen eines Neuen Gesellschaftsvertrags (neues Grundgesetz)

Was bewirkt die „Ungleichheit“ im Sozilagefüge der Gesellschaft?

Nach Studien von Kate Pickett und Richard Wilkinson in
Gleichheit ist Glück – Warum gerechtere Gesellschaften für alle besser sind“, Berlin 2010

Parameter: Mord, Selbstmord, Fettsucht, Teenagerschwangerschaft, Kindersterblichkeit, psychische Krankheiten, Zahl der Inhaftierten,
Bildungsstand von 15jährigen, soziale Mobilität, Stellung der Frau…
– nach Zahlen der WHO, Weltbank, UNO u.a.

Beispielzahlen: Ungleichere zu gleicheren Länder:
Mordraten 10 mal, psychische Kranke 3 mal,
Teenagerschwangerschaft 7 mal höher

Sinnkrise und ethische
     Orientierungslosigkeit

„Das grenzenlose Wachstum von Technik, Wissenschaft und Wirtschaft hat zu einem moralischen Vakuum  geführt“
(Karl Steinbuch)
– „zu einer Verunsicherung bezüglich einer verbindlichen Wertorientierung.“ (Wirtz/Zöbeli)

Folgen:

Zunahme psychischer  Krankheiten wie Dauerstress, Depression, Bornout, Drogenexzesse…
– verstärkte Verrohung, Gewalt, Kriminalität

– Terrorismus,  Verteilungskriege usw.

Kluft zwischen materielle-technologischem Fortschritt
und sozialethischer Entwicklung

Bausteine einer postkapitalistischen lebensdienlichen Ökonomie
(„Systemweichen“)

Neue
Arbeitskultur

Neue Eigentumsordnung

Leistungsgerechtes Lohnsystem

Neue Finanzordnung

Partizipatorisches Unternehmertum

Solidarisches
Steuer+Sozialsystem

Ökologisierung
der Wirtschaft

Beispiel: Neue Finanzordnung

  • Das Geld wird auf seine eigentlichen lebensdienlichen Funktionen zurück geführt.
    Es dient 1. als Tauschmittel,                      2. als Aufbewahrungsmittel.
    3. als Spar- und Kreditmittel,      4. als Wertmaßstab für quantifizierbare

Die Ware-Geld-Beziehung auf ihre zweckdienliche Funktion  zurückgeführt:
W – G – W  /  bedingt  G – W – G´      //  kein  G´- G´- G´´- G´´´

Somit kein abschöpfender Handel Geld mit Geld
Eckpfeiler:
1. Neuordnung Bankenwesen: Banken als reine gemeinnützige Dienstleistungs-
unternehmen (Maklerfunktion) in Öffentlicher Hand ohne Gewinne, mit
festen Gehältern („Demokratische Banken“).

überwindung der kapitalistischen Geld-Geld-Akkumulation

  1. Einführung des Vollgeldsystem: Geldschöpfung allein durch Zentralbanken,
    volle Deckung aller Kredite durch Einlagen…
  2. Zinssystem:statt Zins einmalige Kreditgebühr
    Geldeinlagen ohne Zins, Bankenservice ist „Gewinn“ genug.
  3. Finanzwirtschaft: Verbot allen (spekulativen) Geldhandelns: Börsen- und
    Aktienhandel, Hedgefonds, Derivate usw.
    (Allokation des Geldes durch Realwirtschaft, realwirtschaftl. Kredite, Steuer-Förder-Politik)

. Kapitalisierung der Unternehmen allein durch Rücklagen  und durch Geschäftsbanken

Teilung des Arbeitsvolumens, Absenken der Regelarbeitszeit  auf z.B. 20-30 W-Stunden

. Leistungsgerechte, solidarische Entlohnung (von 0,6 bis max. 5–fache des Durchschnitts)

. Anteil an Wertschöpfung durch Erwerbseinkommen und bedingungsloses Grundeinkommen

Beispiel für das Zusammenwirken verschiedener Bausteine

in einer neuen Arbeits- und Sozialkultur

Teilung des Arbeitsvolumens
– ca. 30-Stundenwoche
– hohe Flexibilisierung der Arbeitszeit

Bedingungsloses Grundeinkommen
anstelle Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, Kindergeld, Bafög, Grundrente…
– z.B. Erwachsene 700 €
– Kinder 340 €

Paritätisch steuerfinanziertes Sozialsystem:
Ablösen der Sozialabgaben von Arbeitsplätzen, dafür
 Wertschöpfungsabgabe der Unternehmen nach Arbeitsplatzkoeffizient

Ausgleichendes, leistungsgerechtes
Lohnsystem
 – Mindestlöhne in Niedriglohnbereich
– Leistungsgerechte Löhne von 0,6 bis zum 5-fachen
– „Zeit statt Geld“ für hohe Löhne,

So Hineinnahme  a l l e r  in ökonomischen Prozess von Arbeit, Produktion, Einkommen,
Konsumtion, Steuer- und Sozialabgaben
• So soziokulturelle Befreiung und Bereicherung im Zusammenspiel von
Familien- und Eigenarbeit, Erwerbsarbeit, bürgerschaftliches Engagement und Muße!

Erkenntnisse der Systemtheorie und der Revolutionswissenschaft

Entscheidend für eine „Wende“:
Vorlauf von Pioniergruppen und
Alternativkräften
   – Wahrnehmen der Kairos-Situation,
– Entwicklung von Doppelstrategien
Zusammenwirken von „oben
und „unten

Mögliche Szenarien, Handlungsstrategie

Sanftes Übergangsszenarium: schrittweise Entwicklung einer neuen „Sozialökologischen Marktwirtschaft“,  eines „Global-Marshall-Planes“…
Voraussetzung: geleistete Vorarbeit, Einsicht in Politik und Wirtschaft, Primat der Politik Handlungsstrategien: alternative Inhalte+Modelle einbringen;  Doppelstrategie…
auf Streit und Kampfsituation einstellen…

Sanfte Crash-Entwicklung: massive Krisenentwicklung, Zusammenbrüche der alten Großstrukturen; Protestbewegungen setzen systemverändernde Reformen, Alternativ-Projekte durch….
Voraussetzung: geleistete Vorarbeit; Paradigmenwechsel, Alternativprojekte werden aufgenommen; friedliche Entmachtung der alten Machtträger…
Handlungsstrategien: alternative Inhalte+Modelle einbringen; Mobilisierung „der Straße“ zur friedlichen Erhebung; auf konsequente Wende bestehen,, Alternativprojekte durchsetzen …

Eruptive Crash-Entwicklung: sozial-ökologische Crashs in weiten Teilen der Welt, Massenverelendung, Aufstände, Bürgerkriege, Migrationsströme… Zusammenbruch der politischen und ökonomischen Infrastrukturen und alten Machtzentren…
Handlungsstrategien: Methoden der Friedlichen Revolution aktivieren; alternative Inhalte+Modelle einbringen,  Überlebensinseln, Archen bauen; auf regionale Subsistenzwirtschaft umsteigen….  Neuanfang von unten …

Merkmale der neuen Spiritualität

Einbeziehen eines ganzheitlichen naturwissenschaftlichen Weltbildes

Ablegen des theistischen Gottesbildes

Lösung von traditionellen Kirchinstitutionen,
Dogmen, Riten

Suchen elementarer Transzendenzerfahrungen,
mystische Erfahrungen

Suchen einer ganzheitlichen leibbezogenen spirituelle Praxis 
(Meditation, Elemente des Yoga, Qi Gong u.ä.)

Stark individualistisch
– aber Suchen freier Gemeinschaft (Kommunitäten)

  • In allem eine starke sozialethische und ökologische Motivation

Politisch engagiert bes. im Paradigmen-Wende-Gedanken

Rückblick, vergangene Veranstaltungen:

Während unseres letzen Treffens am 07.05.18 haben, wir kurz  über aktuelle Themen gesprochen, die die Teilnehmerinnen mitgebracht hatten. Im Anschluss kamen Textpassagen aus dem Buch von Harald Welzers Buch “ Selbst denken“ Anleitung zum Wiederstand, vorgetragen, über die wir angeregt diskutierten. Das Thema Nachhaltigkeit wurde weiter diferenziert. Der Schriftsteller Jared Diamand wurde zitiert. Er hat in seinem Buch „Kollaps“, Merkmale des Scheiterns von Gesellschaften und Sozialsystemen, anhand von ausgestorbenen Völkern herausgearbeitet. Neue Lebensbedingungen erfordern neue Lebensstrategien- Tunnelblick führt zum absterben. Der Konsumismuns macht uns zu Objekten, die keinen wierklichen Bezug zu dem Wert der Dinge aufbauen. Sehr schmerzlich müssen wir erkennen das unsere Sozialität in der Gesellschaft zerstört wird. Der Generationenvertrag wird aufgekündigt und wir genügen uns selbst ohne an Vergangenheit und Zukunft interessiert zu sein.

Der Kapitalismus versucht alles zu zerstören, was sich nicht dem Markt fügt. Neue Ideen ( Bio, Fair Trade) werden absorbiert um daraus Gewinn zu schlagen. Der Totalitarismus tritt im Gewand der Freiheit auf. ( Google, Facebook)

Der latente Rassismus birgt das Potential um soziales miteinander in der Gesellschaft zu zerstören. Wie ist unsere Haltung zum Rassismus. Auch mit diesem Thema wollen wir uns in Zukunft beschäftigen.

Zum nächsten Termin am 20.08.18 werden wir mit einem kurzen Input von Herrn Bernd Winkelmann aus Adelsborn zum Thema Nachhaltigkeit einsteigen.

 

 

Während unseres letzten Treffens am 09.04.18, haben wir uns mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ beschäftigt.

Die  Gedanken die sich die Teilnehmenden zu diesem Thema gemacht hatten wurden vorgestellt. Beispiele hierfür waren, das Einkaufsverhalten, meine Gewohnheiten, die Strategie der kleinen Schritte…Es ging darum Akzente zu setzen, auch wenn ich das Gefühl habe, mein kliener Beitrag ist nutzlos. Mein Handeln hat Konsequenzen! Wenn nur 5% der Bevölkerung etwas an ihrem Verhalten ändern – ergibt sich eine gesamtgesellschaftliche Veränderung. Was macht der ungebremste Konsum mit uns? Ich muss abwägen, entscheiden und kritisch hinterfragen. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist Bildung und Weiterbildung. Es hilft nichts den Lebensstil anderer zu verurteilen. Ich kann an den richtigen Stellen Fragen stellen, wählen gehen, mich mit meinem Engagement einbringen. Viele Themen sich sehr komplex. Ich sollt mich selbt informieren, zuhören um dann entscheiden zu können.

Einige Nachhaltigkeits- Ideen  aus anderen Städten wurden vogestellt.

  • Giff Box – Kleiderspende – solidarisches, nachhaltiges  Prinzip
  • Umsonst Läden – solidarisches nachhaltiges Prinzip
  • Reparaturcafes-solidarisches nachhaltiges Prinzip

Anregung: Stadtführungen  auf den Spuren der Nachhaltigkeit