Frauenpolitik

Handreichung für Lehrschaffende zum Thema „Hate Speech – Worte prägen unseren Alltag“ Sprache: Deutsch Klassenstufen: 8-11

Unterrichtsmaterial entwickelt von TERRE DES FEMMES
Thema: Hate Speech #unhatewomen
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Handreichung für Lehrschaffende
zum Thema
„Hate Speech – Worte prägen unseren Alltag“
Sprache: Deutsch
Klassenstufen: 8-11
Unterrichtsmaterial entwickelt von TERRE DES FEMMES
Thema: Hate Speech #unhatewomen
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Entwurf einer Unterrichtsstunde
1. Thema
1.1. Thema der Unterrichtssequenz
„Hate Speech – Worte prägen unseren Alltag“
1.2. Thema der Einzelstunden:
Stunde Inhaltlicher Kontext
1
„Was ist Hate Speech?“
Eine Erarbeitung des Begriffs Hate Speech anhand der Kampagne
#unhatewomen von TERRE DES FEMMES
2
„Wie gehe ich mit Hate Speech um?“
Formen von Hate Speech und Möglichkeiten des Umgangs
2. Kompetenzen und Standards
Im Rahmenlehrplan des Faches Deutsch ist die sprachliche Bildung als eine Hauptaufgabe
zur Entwicklung fachlicher und überfachlicher Kompetenzen niedergeschrieben. Sprache
dient dabei als Mittel zwischenmenschlicher Verständigung. Sie hat dabei eine
grundlegende Bedeutung für die emotionale und soziale Entwicklung der SuS. Das
Material kann außerdem auch in Fächern, die die Kompetenz des Debattierens schulen,
also zum Beispiel den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern Politik und Geschichte,
verwendet werden.
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Standards laut RLP Konkretisierung der Standards
für diese Stunde
Sprechen und Zuhören – Zu anderen
sprechen
SuS können…
…Redeweise gestalten und ihre möglichen
Wirkungen reflektieren.
…unter Nutzung von verbalen (und
nonverbalen) Mitteln Sprechsituationen
situationsgerecht gestalten.
…in vertrauten Sprechsituationen mit sachangemessenem
und differenziertem
Wortschatz sowie sprachlichen
Gestaltungsmitteln ihre Redeabsicht
umsetzen.
Sprachwissen und Sprachbewusstheit
entwickeln – Sprachbewusst handeln
SuS können…
…verschiedene sprachliche Register
situationsangemessen nutzen.
… mit vielfältigen
Redemitteln/Textbausteinen Vermutungen,
Schlussfolgerungen und Einräumungen
ausdrücken.
SuS diskutieren anhand des Videos der
#unhatewomen Kampagne über Hassrede
und ihre Bedeutung im gesellschaftlichen
Kontext. Sie formulieren und diskutieren in
Gruppenarbeit ihre Auffassung des Begriffs
Hate Speech.
SuS lernen die Zielsetzungen und
Zielgruppen von Hate Speech anhand von
Beispielen in Partnerarbeit kennen.
SuS erarbeiten sich in Gruppenarbeit
Möglichkeiten des Umgangs mit Hate
Speech, halten ihre Informationen schriftlich
fest und präsentieren ihre Ergebnisse im
Plenum.
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3. Fachlich/inhaltlicher Schwerpunkt (Sachstrukturanalyse)
und Umgang mit dem Material
Bei der gezeigten Sequenz handelt es sich um eine Unterrichtseinheit von einer
Doppelstunde (90min) oder zwei Einzelstunden (je 45min).
Zum Einstieg in die erste Stunde schreibt die Lehrkraft die Frage an die Tafel oder das
Whiteboard „Ist das Kunst oder kann das weg ?“. Anschließend wird den SuS das Video
#unhatewomen von TERRE DES FEMMES gezeigt
(https://www.youtube.com/watch?v=C4d8rmS6IBc). In der folgenden Diskussion sollen
die SuS ihre ersten Eindrücke und Empfindungen schildern und versuchen die Frage an
der Tafel zu beantworten. Die Lehrkraft weist die SuS während der Diskussion auf die
#unhatewomen Plakate (siehe Material) hin.
Im Anschluss erarbeiten die SuS sich in Gruppenarbeit eine Formulierung des Begriffs
Hate Speech. Dies erfolgt anhand der Placemat-Methode (siehe Material) in 4er-Gruppen.
Zunächst also formuliert jede*r für sich, was sie/er unter Hate Speech versteht (schriftlich,
in Stichworten). Anschließend tauschen sich die SuS in der Gruppe darüber aus und
formulieren eine gemeinsame Auffassung. Die Gruppenergebnisse werden im Plenum
vorgestellt. Zum Abschluss dieser Arbeits- und Sicherungsphase wird versucht, sich auf
eine Formulierung zu einigen und diese an der Tafel/Whiteboard festgehalten. Eine
Formulierung des Begriffs Hate Speech findet sich auch im Lehrerhandout (siehe
Material). Diese kann bei Fragen und Problemen während der Gruppenarbeit als
Impulsgebung für die SuS genutzt werden. Bei Zeitknappheit wird die Sicherungsphase
mit Einigung auf eine gemeinsame Formulierung zu Beginn der folgenden
Unterrichtsstunde erarbeitet.
Ausgehend von der Formulierung des Begriffs Hate Speech werden in der zweiten
Unterrichtsstunde die Zielgruppen, die von Hate Speech besonders betroffen sind,
erarbeitet. Dazu wird in Partnerarbeit ein Arbeitsblatt mit (fiktiven) Beispielaussagen
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bearbeitet, welchen die SuS die passende Zielgruppe zuordnen sollen (siehe
Schülerhandout im Material).
Die Begriffe, die zugeordnet werden sollen, sind:
Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Behindertenfeindlichkeit, Anti-LGBTQ
Sollten Unklarheiten zu den Begriffen bestehen, können diese vorher von der Lehrkraft
erklärt werden.
In einer weiteren Sequenz sollen die SuS versuchen, sich in die verschiedenen Zielgruppen
zu versetzen und beschreiben, was für Auswirkungen/Folgen Hate Speech auf die
Betroffenen haben kann.
(Hier wäre ein Rollenspiel möglich: Schülergruppen entwerfen eine konkrete Situation
(Konflikt und Reaktion) und stellen sie vor der Klasse vor, die dann ihre Eindrücke
benennt.)
Zusätzlich soll hier beim Thema Sexismus erneut Bezug zur #unhatewomen Kampagne
genommen werden. Im Materialteil finden sich sowohl ein Lösungsblatt zum Arbeitsblatt
für die Zielgruppen als auch Formulierungen zu den in Aufgabe 2 erfragten Auswirkungen
von Hate Speech. Die Schülerergebnisse werden anschließend im Plenum besprochen und
ausgewertet.
In einer abschließenden Gruppenarbeit sollen die SuS Möglichkeiten des Umgangs mit
Hate Speech kennenlernen. Dazu werden mehrere 3er bis 4er Gruppen gebildet, die
Informationsmaterial zu folgenden Verhaltensmöglichkeiten erhalten:
1. Kontern
2. Helfen
3. Melden/Anzeigen
Aufgabe der Gruppen ist es, das Infomaterial zu lesen und ihre Entscheidungen zu
beabsichtigten Verhaltensweisen auf einer OH-Folie festzuhalten. Anschließend soll dies
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im Plenum den anderen Gruppen vorgestellt werden. Sollte eine Dokumentenkamera oder
ein Smartboard vorhanden sein, können die Ergebnisse auch damit während des
Präsentierens vorne visualisiert werden.
Zum Abschluss der Stunde wird die Frage gestellt, wie ein positiver Umgang miteinander
in unserer Gesellschaft aussehen könnte.
4. Didaktische Begründung/ Eignung des Themas und des
Materials bezüglich der zu fördernden Kompetenz
Hate Speech, insbesondere frauenfeindliche Sprache wird oftmals nicht hinterfragt.
TERRE DES FEMMES will darauf aufmerksam machen, dass Hate Speech nicht
hingenommen werden darf. TERRE DES FEMMES möchte möglichst viele Menschen
mobilisieren, frauenfeindliche Aussagen, Posts, Kommentare, Songs und Texte zu
kommentieren und ihnen zu widersprechen. Zum Beispiel mit dem Hashtag
#unhatewomen. Auch wenn Rapper sagen, dass frauenverachtende Texte „ironisch,
künstlerisch oder satirisch“ gemeint sind, bedeutet es noch längst nicht, dass man a) diese
Wortgewalt als Stilmittel nutzen muss, b) dass alle, die diese Texte hören, sie auch so
verstehen.
Außerdem soll auf alle weiteren, in den Unterrichtseinheiten dargestellten, Formen von
Hate Speech reagiert werden. Als ideologischer Hintergrund ist neben Sexismus auch
Rassismus, Antisemitismus, Behindertenfeindlichkeit und LGBTQ-Hate Speech zu
erfassen.
SuS lernen anhand verschiedener Methoden, Hate Speech zu erkennen und
entsprechende Gegenstrategien zu entwerfen. In diesen Zusammenhang erlernen SuS die
Grundlagen des zwischenmenschlichen Umgangs, welche besonders die sozialen
Kompetenzen fördern. Indem sie sich reflektiert mit den Hassreden und ihren
Auswirkungen auseinandersetzen, wird das Empathieverständnis und zivilcouragiertes
Verhalten geschult.
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5. Begründung der Lernstruktur und des Unterrichtsarrangements
Phase Didaktische oder
methodische
Entscheidung
Begründung bezogen
auf den Stoff
Begründung bezogen
auf die SuS
Mögliche Schwierigkeiten/
Maßnahmen oder
Alternativen
Einstieg
#unhatewomen Video
dient der Visualisierung
des Themas der Stunden
SuS lernen den Begriff
Hate Speech kennen.
Video erzeugt aufgrund
seiner Ausdrucksform und
Botschaft einen Einstieg,
der zur Lebenswelt der SuS
zählt (Youtube, Rap…).
Wegen der frauenverachtenden
Sprache des Videos sollte die
Möglichkeit bestehen, den Raum
zu verlassen oder mit einem
Schulsozialarbeiter o.Ä zu
sprechen.
Lernstruktur: Die SuS beschreiben im Plenum ihre Empfindungen und Eindrücke zum #unhatewomen Video und
diskutieren die Frage „Ist das Kunst oder kann das weg?“.
Erarbeitung
I
Die Placemat Methode
dient dem Austausch der
verschiedenen Meinungen
der einzelnen SuS.
Der Begriff Hate Speech
wird genau definiert und
aus unterschiedlicher
Perspektive betrachtet.
SuS lernen den Begriff Hate
Speech zu definieren und
ergänzen ihr
Vorverständnis im
Austausch.
Bei Problemen können SuSGruppen
einzelne
Hinweise/Stichworte aus
Lehrerhandout gegeben werden.
Lernstruktur: SuS erarbeiten sich in Gruppen anhand der Placemat Methode eine gemeinsame Formulierung des
Begriffs Hate Speech.
Sicherung I
Plenumsgespräch führt
zum Einbringen sämtlicher
Arbeitsergebnisse der
Gruppen und zur
Visualisierung der
Ergebnisse.
Gemeinsame
Formulierung einer
Definition, was man
unter Hate Speech
versteht.
Plenumsgespräch über die
Arbeitsergebnisse eröffnet
den Gruppen weitere
Formulierungen und
Unterpunkte.
Bei Zeitmangel kann auf ein
Anschreiben der gemeinsamen
Formulierung verzichtet werden.
Lernstruktur: SuS stellen ihre Arbeitsergebnisse im Plenum vor. Zusammenführung der Arbeitsergebnisse mit
anschließender Diskussion führt zu einer gemeinsamen Formulierung.
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Erarbeitung
II
Partnerarbeit dient dem
gemeinsamen Überlegen
zur Zuordnung der
Zielgruppen.
Zielgruppen von Hate
Speech werden
kennengelernt.
SuS erfahren, welche
Zielgruppen besonders von
Hate Speech betroffen sind
und welche Auswirkungen
dies haben kann.
Lehrkraft muss in Gruppenarbeit
darauf achten, dass das Thema
ernst genommen wird
(Formulierungen).
Lernstruktur: SuS erarbeiten in Partnerarbeit, welche Zielgruppen besonders von Hate Speech betroffen sind und
halten dies auf einem Arbeitsblatt fest.
Sicherung
II
Plenumsgespräch führt
zum Einbringen sämtlicher
Arbeitsergebnisse der
Gruppen.
Auswirkungen auf die
Zielgruppen eröffnet
eine Überleitung zur
nächsten Phase
(Umgang mit Hate
Speech).
Plenumsgespräch über die
Arbeitsergebnisse eröffnet
den Gruppen weitere
Formulierungen und
Unterpunkte.

Lernstruktur: SuS stellen ihre Arbeitsergebnisse im Plenum vor. Eine anschließende Diskussion und
Zusammenführung der Arbeitsergebnisse führt zum Erkennen der Zielgruppen und der Auswirkungen von Hate
Speech auf diese.
Erarbeitung
III
Gruppenarbeit dient hier
der arbeitsteiligen
Bearbeitung des Themas
„Umgang mit Hate
Speech“.
SuS lernen eine
Möglichkeit des
Umgangs mit Hate
Speech kennen.
SuS arbeiten in der Gruppe
arbeitsteilig und halten
durch gemeinsamen
Austausch die wichtigsten
Informationen fest.
Weitere Alternativen des
Umgangs von SuS Seite können
an dieser Stelle eingebracht
werden.
Lernstruktur: SuS erarbeiten sich in Gruppenarbeit eine Möglichkeit des Umgangs mit Hate Speech und halten dies
auf einer Folie fest.
Sicherung
III
Es erfolgt eine
Visualisierung der
Arbeitsergebnisse im
Plenum.
SuS Gruppen lernen
neben der selbst
erarbeiteten Möglichkeit
zum Umgang weitere
Möglichkeiten kennen.
SuS Gruppen erhalten
weitere Möglichkeiten der
anderen Gruppen zum
Umgang mit Hate Speech.

Lernstruktur: SuS stellen ihre Arbeitsergebnisse im Plenum vor. Zum Abschluss wird die Frage diskutiert, wie ein
positiver Umgang in unserer Gesellschaft aussehen könnte.
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6. Geplanter Unterrichtsverlauf
Zeit Phase geplantes Lehrerverhalten antizipiertes SuS-Verhalten Sozialform
en
Medien
15min Einstieg L. schreibt Frage an die
Tafel/Whiteboard:
„Ist das Kunst oder kann das weg?“
Präsentation des Videos #unhatewomen
L. lässt SuS ihre Empfindungen und
Eindrücke zum eben gesehenen Video
beschreiben.
L. fordert die SuS auf die Frage am
Whiteboard/der Tafel zu beantworten.
Anmerkung:
L. weist die SuS dabei auf einzelnen
Motive der #unhatewomen Kampagne
hin.
SuS schauen das Video und schildern ihre
Eindrücke.
SuS versuchen die Frage an der
Tafel/Whiteboard zu beantworten.
Lehrer-SuSGespräch
Smartboard oder
Beamer
Ausgedruckte
#unhatwomen
Motive (siehe
Material)
20min Erarbeitung
I
L. leitet zur Gruppenarbeit hin.
L. gibt den Arbeitsauftrag, dass SuS
SuS arbeiten in Gruppen. Gruppenarbeit Placemat
Arbeitsblätter
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gemeinsam in der Gruppe erarbeiten,
was sie unter Hate Speech verstehen.
Dazu wird mit der Placemat Methode
gearbeitet.
L. teilt die Gruppen ein und teilt
Arbeitsmaterial (vorbereitete Blätter)
aus.
(L. erklärt die Placemat Methode (siehe
Lehrerhandout).
10min Sicherung L. lässt SuS-Gruppen ihre Ergebnisse
vorstellen.
L. fordert SuS zum Feedback auf.
L. hält eine gemeinsame Formulierung
am Whiteboard/der Tafel fest.
SuS-Gruppen präsentieren ihre
Ergebnisse.
SuS geben Feedback für andere Gruppen.
Lehrer-SuSGespräch
Placemat
Arbeitsblätter
Whiteboard/Tafel
An dieser Stelle endet Stunde 1 (45min).
10min Erarbeitung
II
Überleitung von der letzten Stunde.
Definition à Zielgruppen
L. teilt Arbeitsblätter aus.
SuS hören zu.
SuS bearbeiten in Partnerarbeit das
Arbeitsblatt.
Partnerarbeit Arbeitsblatt
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5min Sicherung
II
L. wertet die Aufgaben des Arbeitsblattes
im Plenum aus.
SuS stellen ihre Antworten vor. Lehrer-SuSGespräch
Arbeitsblatt
20min Erarbeitung
III
L. leitet zur Frage über, wie man mit
Hate Speech umgehen kann.
L. teilt die Gruppen ein und die
Arbeitsblätter aus.
3 Themen (Gruppengröße: 3-4 SuS)
1. Kontern
2. Helfen
3. Melden/Anzeigen
SuS finden sich in Gruppen zusammen
und bearbeiten den Arbeitsauftrag.
SuS halten wichtige Informationen auf
OH-Folie fest.
Gruppenarbeit Arbeitsblätter
OH-Folien
(alternativ:
Dokumentenkame
ra)
10min Sicherung
III
L. lässt jeweils eine Gruppe ihre
Arbeitsergebnisse vorstellen.
Abschlussfrage:
L. stellt die Frage, wie ein positiver
Umgang in unserer Gesellschaft
aussehen könnte.
SuS-Gruppen präsentieren ihre
Arbeitsergebnisse.
SuS beantworten die Abschlussfrage.
Gruppenpräsent
ation
+
Lehrer-SuSGespräch
Arbeitsblätter
OH-Projektor
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7. Material
7.1. Lehrermaterial
Lehrerhandout (für die Erarbeitungsphase I)
Hintergrund: Sprache beeinflusst und formt unseren Alltag
Hass und Diskriminierung in der Sprache prägt unseren Alltag. Sprachliche Angriffe zielen
häufig auf die Abwertung unseres Gegenübers, in der Annahme diese Person wäre
weniger Wert als man selbst. Sprache formt nicht nur unser Denken und unsere
Weltbilder, sondern wirkt sich auch direkt auf unser Handeln aus. Der gesellschaftliche
Zusammenhalt leidet unter Diskriminierung und Hass, deshalb ist es wichtig darauf zu
achten, wie wir miteinander und übereinander sprechen.
Methode Placemat
Bildet 4er-Gruppen und legt ein
Blatt Papier (möglichst DIN A3) in
die Mitte des Tisches. Das Blatt
sollte so vorbereitet sein, wie im
Beispiel.
Setzt euch jeweils vor ein Feld und
notiert eure Gedanken (bitte jeder
für sich alleine!). Dreht das Blatt
danach jeweils im Uhrzeigersinn
um 90°. Lest, was eure
MitschülerInnen geschrieben haben und macht euch Notizen zu eurer (möglichen)
Stellungnahme. Habt ihr alle Antworten eurer MitschülerInnen gelesen, könnt ihr euch
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austauschen. Einigt euch auf eine gemeinsame Formulierung und notiert diese im Kasten
in der Mitte.
Was versteht man unter Hate Speech?
Unter Hate Speech versteht man zumeist verbale Angriffe auf Personen oder Gruppen
aufgrund bestimmter Attribute wie Hautfarbe, Herkunft, Geschlecht, sexuelle
Orientierung, Weltanschauung oder Religion. Hate Speech begegnet einem online häufig
in Sozialen Medien. Hass wird dabei gegen bestimmt Personen oder Gruppen in Form von
Kommentaren, Beiträgen, Memes oder Videos verbreitet. Hate Speech missachtet die
Würde von Personen, diffamiert diese, grenzt sie aus und kann in einer Spirale aus sich
verstärkendem Hass Gewalt provozieren. Dabei gibt es unterschiedliche Ausprägungen
wie politischer oder religiöser Extremismus.
(Quelle: https://www.schau-hin.info/sicherheit-risiken/hate-speech-was-ist-das)
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Lösungsblatt (für Erarbeitungsphase 2)
Zielgruppen von Hate Speech (Hassrede)
1. Arbeitsauftrag: Bestimme, um welche Art der Hassrede es sich
handelt und ordne die Begriffe den einzelnen Aussagen zu.
Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Behindertenfeindlichkeit, Anti-LGBTQ
2. Arbeitsauftrag: Beschreibt, was für Auswirkungen Hate Speech
Beispiel Art der Zielgruppe
„Die Flüchtlinge haben keine Bildung.“ Rassismus
„Baller der Alten Drogen ins Glas,
Hauptsache Joe hat seinen Spaß.“
Sexismus
„Mein Humor ist so schwarz, ich könnte
damit Baumwolle pflücken.“
Rassismus
„Die Bitches heute wollen Jungfrau
bleiben. Zwei Optionen – Arsch oder
Mund auf Kleines.
Sexismus
„Schau mal den Behindi an, der im
Rollstuhl sitzt.
Behindertenfeindlichkeit
„Ich bin dafür, dass wir die Gaskammern
wieder eröffnen und die ganze Brut da
reinstecken.“
Antisemitismus
„Die sollte man mal vergewaltigen.“ Sexismus
„Warum gibt es überhaupt Schwuchtel?
Das ist doch eklig.“
Anti-LGBTQ
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auf die Betroffenen hat. Nehmt zusätzlich Bezug zur
#unhatewomen Kampagne.
Hate Speech (Hassrede) bleibt nicht folgenlos. Worte können ein Mittel sein, um
Menschen auszugrenzen. Betroffene leiden oft sehr stark an den Folgen. Unter anderem
kann das Selbstbewusstsein darunter leiden, die Leistungsfähigkeit gemindert werden, es
können Ess- oder Schlafstörungen auftreten oder es kommt im Extremfall zu
Selbstmordgedanken.
Mit Bezug zur #unhatewomen Kampagne prägen frauenfeindliche Worte, die schleichend
als normal gelten, unsere Wahrnehmung und unser Selbstbild. Jungs haben dann ein
gewisses Bild von Mädchen und Frauen. Mädchen und Frauen haben dann ein verzerrtes
Selbstbild.
7.2 Schülermaterial
– Schülerhandout 1
– Schülerhandout II
Schülerhandout I (Arbeitsblatt)
Zielgruppen von Hate Speech (Hassrede)
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1. Arbeitsauftrag: Bestimme, um welche Art der Hassrede es sich
handelt und ordne die Begriffe den einzelnen Äußerungen zu.
Rassismus, Sexismus, Antisemitismus , Behindertenfeindlichkeit, Anti-LGBTQ
2. Arbeitsauftrag: Beschreibt, was für Auswirkungen/Folgen Hate
Speech auf die Betroffenen hat. Nehmt zusätzlich Bezug zur
#unhatewomen Kampagne.
Schülerhandout II (Arbeitsblatt)
Beispiel Art der Zielgruppe
„Die Flüchtlinge haben keine Bildung.“
„Baller der Alten Drogen ins Glas,
Hauptsache Joe hat seinen Spaß.“
„Mein Humor ist so schwarz, ich könnte
damit Baumwolle pflücken.“
„Die Bitches heute wollen Jungfrau
bleiben. Zwei Optionen – Arsch oder
Mund auf Kleines.
„Schau mal den Behindi an, der im
Rollstuhl sitzt.
„Ich bin dafür, dass wir die Gaskammern
wieder eröffnen und die ganze Brut da
reinstecken.“
„Die sollte man mal vergewaltigen.“
„Warum gibt es überhaupt Schwuchtel?
Das ist doch eklig.“
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Umgang mit Hate Speech
Gruppe 1
Kontern
Arbeitsauftrag: Lest das Informationsmaterial zum Umgang mit Hate
Speech und haltet die wichtigsten Punkte auf einer OH-Folie fest.
Anschließend sollt ihr euer Thema der Klasse präsentieren.
Counter Speech hilft dir und anderen
Bislang reagiert nur ein kleiner Bruchteil mit aktiver Gegenrede auf Hass im
Netz. Nur 31 Prozent der Verfasser*innen von Hate Speech mussten Kritik
von anderen Internetnutzer*innen einstecken; 64 Prozent fühlten sich
dagegen in ihrer Aussage bestätigt. Umso wichtiger ist es, Hass nicht einfach
stehen zu lassen, sondern Stellung zu beziehen.
Counter Speech (engl. für Gegenrede) bedeutet, dass User*innen mit Kopf
und Herz etwas gegen Hass und Hetze im Netz unternehmen. Sie benennen
laut und freundlich, dass sie Diskriminierungen, Generalisierungen und
Herabwürdigungen nicht einfach hinnehmen wollen; sie kontern Hass nicht
mit Hass, sondern mit Argumenten, mit Humor und neuen Perspektiven.
Counter Speech zeigt Betroffenen, dass sie nicht allein sind. Sie bietet eine
andere, friedliche Sichtweise für die große Mehrheit der stillen Mitlesenden,
die ansonsten nur mit den Hasskommentaren konfrontiert wären. Wer sich
einmischt und sich mit Betroffenen solidarisiert, setzt sich für die
Menschenrechte ein und stärkt die Demokratie.
Wer laut und deutlich seine Meinung kundtut, muss auch mit Gegenwind
rechnen. Counter Speech kann die Hetze kurzzeitig verstärken. Wenn das der
Fall ist, weiß man allerdings, dass die Gegenrede genau ins Schwarze
getroffen hat!
Strategien:
Fakten Fakten Fakten
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Thema: Hate Speech #unhatewomen
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Auf pseudowissenschaftliche und pseudo-informierte Posts sollte man
konsequent mit Fakten reagieren. Dabei ist es wichtig Fehler, Schwachstellen
und Unwahrheiten in der Argumentation des*r Gegenübers*r offenzulegen
und seriöse Zahlen/Quellen zu benennen.
Beim Namen nennen
Indem man die Strategie der Hater*innen und Trolle offen benennt, entzieht
man dem Hass etwas von seiner Wirkung. Das „entzaubert“ Hass und Hetze
bzw. nimmt ihnen den Schrecken.
Das offene Benennen zielt darauf ab, die den Hasskommentaren zugrunde
liegende Strategie für alle sichtbar offenzulegen.
Wenn man sich nicht sicher ist, welche Strategie der*die Hater*in fährt, kann
man mit Fragen wie „Was meinen Sie denn genau damit?“, „Worauf zielen
Sie ab?“ oder „Was möchten Sie mit diesem Kommentar erreichen?“ die
Hater*innen dazu bringen, sich selbst zu entlarven.
Bei offensichtlich frauenverachtender Hate Speech kann man natürlich den
Hashtag #unhatewomen unter den jeweiligen Kommentar posten und darauf
aufmerksam machen.
Empathie
Empathie wirkt insbesondere im Umgang mit „Wut- und Angstbürger*innen“.
Bei einigen kann es sich lohnen, ihre Ängste sowie die Hintergründe ehrlich
zu erfragen und zu verstehen.
Das eröffnet die Möglichkeit, über diese Sorgen oder Angstgefühle
miteinander ins Gespräch zu kommen. So kann man ihnen eventuell über
Empathie dabei helfen, ihre Ängste abzubauen – sofern man sich die Zeit
nehmen kann und möchte.
Fragen wie: „Was genau haben Sie erlebt?“, „Haben Sie sich schon einmal
Hilfe geholt?“ und „Haben Sie sich an die Polizei gewandt?“ können dafür
sorgen, dass das Gegenüber sich wirklich ernst genommen fühlt und bereits
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Thema: Hate Speech #unhatewomen
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Hilfsmöglichkeiten erfährt. Denn daran mangelt es offenbar vielen Menschen,
die sich angstvoll und aggressiv äußern. Natürlich funktioniert das nicht bei
Menschen, die einfach nur ihren Hass verbreiten wollen. Bevor man Empathie
zeigt, sollte man deswegen versuchen, die Motivation der
Kommentator*innen herauszufinden oder zu erfragen.
So lieber nicht:
Aggression
Auf Hasskommentare mit Wut oder Aggression zu reagieren, nur um dem
eigenen Ärger Luft zu machen, kann befreiend sein, ist aber für eine
Diskussion nicht ratsam. Es bringt weder die Urheber*innen zur Einsicht,
noch vermittelt es den Mitlesenden und der Community den Wert einer
sachlichen Diskussionskultur. Aggression fällt auf einen selbst zurück – und
füttert die Trolle. Die Hassspirale dreht sich weiter.
Quelle: Auszüge von https://no-hate-speech.de
Schülerhandout 2 (Arbeitsblatt)
Umgang mit Hate Speech
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Gruppe 2
Helfen
Arbeitsauftrag: Lest das Informationsmaterial zum Umgang mit Hate
Speech und haltet die wichtigsten Punkte auf einer OH-Folie fest.
Anschließend sollt ihr euer Thema der Klasse präsentieren.
It’s not all about the haters – frag Betroffene, was sie
brauchen
Counter Speech kommt oft von denjenigen, die in der konkreten Situation
gar nicht von Hate Speech betroffen sind. Für sie ist es leichter, einzugreifen,
weil sie in diesem Moment nicht diskriminiert werden und sich geschützt
fühlen können. Wenn Du Betroffene unterstützen möchtest, finde am besten
erst heraus, was die Gehateten sich wünschen.
Nicht immer werden einzelne Menschen angegriffen; oft sind es (große)
Personengruppen wie Geflüchtete oder Jüd*innen. Dann kannst Du
versuchen, herauszufinden, ob sich Angehörige der Gruppe geäußert haben
und Rückendeckung brauchen.
Wenn eine Einzelperson angegriffen wird, ist es etwas einfacher. Zeige mit
einem Kommentar, dass Du ihr Unterstützung anbieten möchtest. Sie kann
entscheiden, ob sie überhaupt Unterstützung möchte und wie diese aussehen
könnte. Macht sie zum Beispiel deutlich, dass sie die Situation allein klären
möchte? Will sie zwar Rückendeckung, möchte Gespräche mit den
Hater*innen aber lieber selbst führen? Oder will sie im Gegenteil ganz viel
Sichtbarkeit? Die Bedürfnisse der Betroffenen zu ignorieren, kann das Gefühl
der Machtlosigkeit, das diese Menschen gerade erfahren, vergrößern. Am
hilfreichsten ist deine Unterstützung, wenn sie dem entspricht, was die
Betroffenen sich wünschen und brauchen.
Eins ist klar: Für das Klima auf der eigenen Facebook/Instagram-Seite oder
Website ist jede*r selbst verantwortlich. Wann ist aber der Zeitpunkt
gekommen, einzuschreiten? Ironie und Seitenhiebe sind ja nicht verboten!
Unterrichtsmaterial entwickelt von TERRE DES FEMMES
Thema: Hate Speech #unhatewomen
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Und niemand will seine Freund*innen grundlos vergraulen. Es kann
manchmal schwer sein, einzuschätzen, wann ein Kommentar als Hate Speech
und nicht nur als blöde Bemerkung gemeint ist. Am Ende muss jede*r für
sich selbst entscheiden, was zu weit geht und was nicht.
Strategien:
Betroffene ansprechen
Man kann entweder auf dem privaten oder direkten Weg Solidarität mit
Betroffenen zeigen. Über Privatnachrichten kann man unmittelbar Hilfe
anbieten und die Betroffenen ermutigen, sich nicht einschüchtern zu lassen.
Für Betroffene ist das Gefühl, nicht alleine gegen den Hass zu stehen, enorm
wichtig. Dazu gehört auch immer wieder klarzumachen, dass Hass stets nur
von einer Minderheit ausgeht, auch wenn es sich für die Betroffenen anders
anfühlen mag.
Solidarität
Eine Strategie, mit Hasskommentaren und Shitstorms umzugehen, ist es, sich
solidarisch mit Betroffenen zu zeigen. Das kann beispielsweise so aussehen:
„Liebe Organisation/Privatperson X, die von einem Shitstorm bedacht wird,
ich/wir denken an dich. Ich/wir sind an Deiner Seite, wir stehen zu
Euren/Deinem Inhalt.“
Ziel ist es zu zeigen, dass das, was dort steht, nicht einer Mehrheitsmeinung
entspricht, sondern organisierte Meinungsmache ist.
Richtet man sich auf diese Art an Betroffene anstatt an die Hater*innen, ist
das ein guter Weg, den Urheber*innen von Hass und Hetze nicht weitere
Aufmerksamkeit zu schenken. Man schafft so ein eigenes Narrativ und richtet
den Fokus auf Solidarität, nicht auf den Hass.
Hilfe holen
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Thema: Hate Speech #unhatewomen
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Niemand sollte alleine mit Hasskommentaren klarkommen müssen. Weder in
Redaktionen noch privat. Entscheidet man sich als Betroffene*r dafür, auf
einen Shitstorm oder auf Hasskommentare auf irgendeine Art und Weise zu
reagieren, kann man sich Unterstützung holen: Im „analogen“ Leben und im
Netz.
Offline kann man z.B. mit Freund*innen und/oder Kolleg*innen über die
Online-Erfahrungen sprechen. Schon das ist sehr entlastend. Es hilft aber
auch, innerhalb der Redaktion, des Kolleg*innenkreises insgesamt über
Hassrede zu sprechen – sich auszutauschen, zu beraten, auch mal darüber
zu lachen. Man kann Kolleg*innen auch bitten, diese Hasskommentare
durchzuschauen, z.B. nach justiziablen (gerichtlich entscheidbaren) Inhalten.
Man muss also als Betroffene*r die Hassbotschaften nicht selbst durchlesen.
Natürlich kann und sollte man bei kontinuierlichen Angriffen auch
professionelle psychologische Unterstützung in Anspruch nehmen.
Quelle: Auszüge von https://no-hate-speech.de
Schülerhandout 2 (Arbeitsblatt)
Umgang mit Hate Speech
Gruppe 2
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Thema: Hate Speech #unhatewomen
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Melden/Anzeigen
Arbeitsauftrag: Lest das Informationsmaterial zum Umgang mit Hate
Speech und haltet die wichtigsten Punkte auf einer OH-Folie fest.
Anschließend sollt ihr euer Thema der Klasse präsentieren.
Wie kann man Einträge/ Posts melden?
Es ist mittlerweile nicht mehr kompliziert, Inhalte auf Social Media- oder
Online-Plattformen zu melden, wenn sie gegen deren Regeln oder gegen
Gesetze verstoßen. Auf den gängigen Social Media Plattformen wie
Instagram, Facebook, Twitter, YouTube und Snapchat kann man das Hilfe-
Center anschreiben. Außerdem kann man sich an folgende Initiative wenden:
Jugendschutz.net
ist das gemeinsame Kompetenzzentrum von Bund und Ländern für den
Schutz von Kindern und Jugendlichen im Netz. Das Team von
jugendschutz.net kontrolliert systematisch Angebote, die für Kinder und
Jugendliche besondere Bedeutung haben und bearbeitet eingehende
Beschwerden. Dabei werden die gemeldeten Seiten gesichtet, bewertet und
unter rechtlichen Aspekten geprüft. Anschließend, je nach Bewertung,
kontaktiert jugendschutz.net den Anbieter und fordert diesen auf, den
Verstoß zu beseitigen.
Wie kann man eine Anzeige gegen Hasskommentare
stellen?
Für eine Anzeige kann man sich an die Polizei oder Staatsanwaltschaft des
Bundeslandes wenden, in dem man wohnt. Die Kontakte der Länder-Polizei-
Behörden und Internetwachen sind unter www.polizei.de nach
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Thema: Hate Speech #unhatewomen
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Bundesländern aufgelistet. Eine Anzeige ist auch online möglich, allerdings
noch nicht in allen Bundesländern.
Wer eine Anzeige erstattet und nicht direkt betroffen ist, erfährt – wenn er
nicht persönlich nachhakt – in der Regel nichts mehr von dem
Ermittlungsverfahren. Die Polizei ermittelt dennoch weiter!
Manchmal stößt man zunächst auf Unverständnis oder Unwissenheit, wenn
man eine Strafanzeige wegen Hate Speech stellt. Das Thema Hate Speech
ist für manche Polizeibeamt*innen noch Neuland, aber es wird innerhalb der
Polizei immer mehr diskutiert.
Hasskommentare werden zunehmend strafrechtlich verfolgt – das bedeutet
aber nicht automatisch eine Verurteilung. Wenn die oder der Beschuldigte
z.B. behauptet, sie oder er habe es „nicht so gemeint“, kann es durchaus zu
einem Freispruch kommen. Dies soll allerdings niemanden davon abhalten,
eine Anzeige zu erstatten: Volksverhetzung, Beleidigungen und Drohungen
sind in Deutschland definitiv Straftaten – und jede Strafanzeige trägt dazu
bei, das gesamtgesellschaftliche Bewusstsein für das Problem Hass im Netz
zu stärken.
Wer unsicher ist, ob ein Kommentar unter das Jugendschutzgesetz fällt, kann
sich an Jugendschutz.net wenden. Dort kann man Vorfälle zu den Themen
politischer Extremismus, Gewalt oder Cybermobbing melden. Das Team prüft
die Inhalte und leitet je nach Ergebnis weitere Schritte ein. Auch bei der
Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) kann man
Inhalte melden und überprüfen lassen.
Screenshots – aber richtig!
Als Beweismittel sollte man Screenshots anfertigen und die relevanten Daten
sichern. Dabei gilt folgendes zu beachten:
Unterrichtsmaterial entwickelt von TERRE DES FEMMES
Thema: Hate Speech #unhatewomen

1. Kontext: Auch die vorangegangenen Kommentare oder Fotos festhalten.
Oft ergibt sich z.B. die Schwere einer Beleidigung erst aus dem
Zusammenhang.
2. Datum: Datum und Uhrzeit des Kommentars dokumentieren. Am besten
im Screenshot selbst, dazu z.B. das Uhrzeitfenster neben dem Kommentar
öffnen und mit fotografieren.
3. User-ID: Um die User-ID festzuhalten, z.B. das Facebook- oder YouTube-
Profil des Täters/der Täterin öffnen und die komplette URL-Adresse im
Browser abfotografieren.
4. Eigene Daten schützen: Bei jedem Screenshot das eigene Profil oder
die von Freund*innen u.a. schwärzen, damit später keine Rückschlüsse
gezogen werden können, wer den Screenshot angefertigt hat. Auch die
Gegner*innen haben Akteneinsicht.
Quelle: Auszüge von https://no-hate-speech.de